Wie wichtig ist Schlaf?
Schlaf ist nicht nur ein einfacher Zustand des „Nicht-Wach-Seins“, sondern beinhaltet eine Reihe verschiedener Schlafstadien. Bei einem erwachsenen Mensch kann man den Schlaf in drei verschiedene Phasen unterteilen: Wachzustand, Non-REM-Schlaf, zu dem der Leicht- und Tiefschlaf zählt, und REM- bzw. Traumschlaf.
Kurz nach dem Zubettgehen befindet sich der Mensch noch in einem ruhigen Wachzustand. Das Gehirn ist dabei noch relativ aktiv, Muskeln sind gespannt und die Augen bewegen sich. Nach etwa einer halben Stunde gleitet man langsam in den Non-REM-Schlaf, Stadium 1. In diesem Stadium verlangsamt sich die Gehirnaktivität, die Muskeln entspannen sich und die Augen beginnen zu rollen. Je mehr die Aktivität dieser Körperteile abnimmt, desto tiefer fällt man in den Schlaf und erreicht die Non-REM-Schlaf Stadien 2, 3 und 4. Die Stadien 3 und 4 werden auch als Tiefschlafstadien bezeichnet.
Nach 1 - 2 Stunden endet in der Regel die erste Tiefschlafphase und eine Körperbewegung leitet den sogenannten REM-Schlaf ein. Seinen Namen hat er von den schnellen Augenbewegungen (auf Englisch Rapid Eye Movement), die in dieser Phase beginnen. Während die meisten Muskeln in diesem Zustand nicht mehr angespannt sind, arbeiten lediglich die lebenswichtigen Muskeln wie beispielsweise das Herz weiter.
Nach der ersten REM-Periode, die meistens nur wenige Minuten dauert, wechseln sich Non-REM- und REM-Phasen ab. Eine Abfolge der beiden Stadien wird in der Medizin als Zyklus bezeichnet. Während einer Nacht durchschläft ein Mensch drei bis fünf solcher Zyklen, wobei nur in den ersten beiden Zyklen tief geschlafen wird. Ab dem dritten Zyklus wird der Schlaf wieder leichter und die REM-Phasen werden länger.
Ein Mensch verbringt rund 20 bis 25 Prozent der Nacht im REM-Schlaf. Über seine Funktion herrscht allerdings noch Unklarheit. Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass der Mensch während dem REM-Schlaf erlebte Situationen verarbeitet. Welche Rolle Träume dabei spielen ist allerdings noch nicht erforscht. Lange Zeit wurde vermutet, dass Träumen mit dem REM-Schlaf gleich bedeutend sei. Diese Vermutung wird heutzutage allerdings zunehmend angezweifelt, denn neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch in anderen Schlafphasen geträumt wird, allerdings handelt es sich dann eher um kurze Gedanken-ähnlicheren Episoden als um lebendigere und komplexere Träume wie im REM-Schlaf.
Die meisten Menschen haben laut Schlaf-Forschung eine feste Einschlafposition, die sie nur selten ändern. Lediglich fünf Prozent schlafen jede Nacht in einer anderen Position ein.
Besonders häufig verbreitet, bei etwa 35% der Menschen, ist die sogenannte Fötus-Lage. Beim Einschlafen und beim Aufwachen liegt man dabei meistens eingerollt wie ein Baby auf der Seite. Die Beine sind hierbei weit nach oben gezogen und die Arme nahe am eigenen Körper.
Rund 34% schlafen in der halbfötalen Lage. Wie bei der Fötus-Lage schläft man auf der Seite, hat seine Arme allerdings weit vom Körper weggestreckt oder zumindest locker neben dem Körper liegen. Die Beine hat sind in der halbfötalen Lage nur leicht angezogen. Manchmal wird ähnlich wie bei einem Flamingo ein Bein angezogen, während das andere komplett ausgestreckt wird.
18% aller Menschen liegen am liebsten ganz gerade auf dem Rücken. Dabei ist es egal, ob die Arme unter dem Kopf verschränkt, in allen Himmelsrichtungen wegstreckt oder auf den Bauch gelegt werden.
Am wenigsten verbreitet ist die Bauchlage. Lediglich 13% schlafen am liebsten komplett auf den Bauch. Wie auch bei der Rückenlage können die Arme entweder weit weg gestreckt, unter dem Kopf verschränkt oder neben den Körper gelegt werden.
Der damals 17-jährige amerikanische Schüler Randy Gardner schaffte es im Jahre 1965 ganze elf Tage ohne Schlaf auszukommen und sicherte sich bis heute einen Eintrag im Guinnessbuch der Weltrekorde. Allerdings lassen sich bereits nach kurzer Zeit die ersten Folgen des Schlafentzuges feststellen, wie auch Versuche in Deutschland gezeigt haben. Bereits nach 24 Stunden ohne Schlaf wirkten Versuchspersonen sehr leicht reizbar und wurden zunehmend aggressiv. Nach 65 Stunden versuchte eine Frau verzweifelt die Spinnweben zu entfernen, die sie in ihrem Gesicht und auf ihren Armen gesehen habe. Eine andere Frau beschwerte sich über ihren angeblichen Hut, der zu eng sei.
Eine offensichtliche Schlafstörung liegt dann vor, wenn mindestens einen Monat lang mindestens dreimal in der Woche schlafabhängige Beschwerden vorliegen, die das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit deutlich beeinträchtigen. Folgen von anhaltendem Schlafentzug können mehr oder weniger starke Beeinträchtigungen bis hin zu ernsthaften gesundheitlichen, sozialen und psychischen Problemen führen.


















